Genie aus Salzburg: Das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart: Ein Genie mit schrägem Flair

Mozart wuchs mit Musik auf, stieg mit ihr in ungeahnte Höhen und starb früh. Er war musikalisch seiner Zeit voraus und zog kompromisslos seinen Weg durch.

Genie. Wunderkind. Pop-Star seiner Zeit. Zur Beschreibung von Wolfgang Amadeus Mozart scheint kein Superlativ zu groß. Schon als Dreijähriger nahm er seiner Schwester die Geige weg, weil er selbst spielen wollte. Der Vater förderte ihn nach Kräften, eine normale Karriere planend, doch der quirlige Bub entwickelte seinen eigenen Kopf. Er wollte raus aus der muffigen Provinz, in die Welt hinaus. Worin lag seine große Leistung? 

Der künstlerische Übermensch, als der er lange dargestellt wurde, hieß eigentlich Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart. Aus Theophilus wurde zunächst Gottlieb. Erst ab 1870 nannte er sich Amadé – weil das besser klang. Der Mann wurde nicht einmal 36 Jahre alt und schuf in den 30 Jahren, in denen er komponierte, eine fast unüberschaubare Zahl von Werken. Er war auch verheiratet mit Constanze Weber, die sechs Kinder von ihm bekam. Davon erreichten zwei Söhne das Erwachsenenalter. 

Kein besonders schöner Mensch aus Salzburg

Große Nase, Pockennarben. Ungefähr 1,50 Meter groß. Mozart, der stets mit Perücke aus dem Haus ging, wie es sich gehörte, darunter die Haare braun und mittellang, war nicht besonders attraktiv. Doch er war humorvoll, einnehmend, hatte Witz und Esprit. Die Aura eines Superstars. Und er verstand es zu feiern. „Mich erinnert sein Leben manchmal an Michael Jackson“, sagt Elisabeth Albrecht, Leiterin der Musikvermittlung im Haus der Musik. Da gibt es Parallelen. Beiden waren schräg, exaltiert und extrovertiert. Sie hatten keine Kindheit. Und sie konnten beide nicht mit Geld umgehen.“

Geboren am 27. Januar 1756 in Salzburg, besteht Mozarts Leben vom ersten Moment an aus Musik, Musik und noch einmal Musik. Das Kind hat Talent, und wie. Bereits mit fünf Jahren komponiert er sein erstes Stück. Vater Leopold Mozart, selbst Komponist, unterrichtet den Sohn und Schwester Nannerl, die genauso talentiert ist, aber weniger gefördert wird. Mozart wird zur europäischen Attraktion. Gemeinsam mit seiner Schwester tritt er in allen namhaften Städten auf – vor Bischöfen und Herrschern, selbst vorm Papst. Die Menschen staunen über den kleinen Virtuosen. Sein Klavierspiel ist atemberaubend. Mit 17 Jahren fährt er nach Italien, wo er seine Fähigkeiten weiterentwickelt und sich in die Komposition von Opern und anderen Musikformen vertieft. Ein Job als Konzertmeister und Komponist für den Salzburger Erzbischof Colloredo wird ihm bald zu öde – er will etwas Neues machen, sich entfalten. Ohne Schranken komponieren.

Innovative Kompromisslosigkeit

„Mit seinem hohen künstlerischen Anspruch war Mozart nicht der Typ für eine normale Anstellung, die man damals als Künstler gebraucht hat, um finanziell abgesichert zu sein“, erklärt Albrecht. „Er war wahnsinnig innovativ und ging mit absoluter Kompromisslosigkeit ans Werk.“ Dabei musste er sich – wie die anderen großen Komponisten der Wiener Klassik – stets mit den Wünschen seiner zahlenden Auftraggeber arrangieren. Ein tägliches Spannungsfeld. Er schafft es aber, als freier Künstler gut über die Runden zu kommen. 

Nach der Übersiedlung nach Wien 1781 beginnt eine produktive Phase, in der er zahlreiche Meisterwerke komponiert, darunter Opern wie „Die Hochzeit des Figaro“, „Don Giovanni“, sinfonische Werke, Kammermusik und Klavierkonzerte. Dabei hat er die Melodien meist schon fertig im Kopf und muss seine Schöpfungen lediglich notieren; Korrekturen finden sich so gut wie keine in seinen Noten.

Ein Meisterwerk – die Zauberflöte

Wie die Darsteller:innen in seinen Opern miteinander interagieren, die Personenführung, ist legendär. Und er verstand es wie kein zweiter, seine Stücke gezielt für die Stimmen zu komponieren, die darin zu hören waren. Die wohl berühmteste Oper Mozarts ist „Die Zauberflöte“. Ein Stimmenspektakel.

Sarastro geht an die tiefsten Grenzen einer Bassstimme. Die Königin der Nacht trällert das Hohe F. Mozart fusionierte die Genres seiner Zeit, streute Hits und Lieder ein. Darüber zog er eine thematische Ebene ein, die mit Anspielungen an die Freimaurer liberale Tendenzen der Zeit aufgriff. Zum Beispiel findet Tamino in Sarastros Reich drei Tempel vor, an deren Pforten „Weisheit“, „Vernunft“ und „Natur“ geschrieben steht – wichtige Grundpfeiler der Freimaurer. Mozart war selbst Mitglied in einer Freimaurerloge, über die er auch Aufträge erhielt.

Vorliebe für Kraftausdrücke

Nur für Blasinstrumente hatte das Genie, das sich als Kind vor Trompeten fürchtete, keine besondere Vorliebe. Wenn er doch etwas für diese Instrumente komponierte, waren es meist Gelegenheits- oder Auftragsstücke. Mozarts Oboenkonzert sowie seine Flötenkonzerte gehören zu den beliebtesten Werken.

Mozart war ein lebenslustiger Mensch, der auch frustriert sein konnte. Manchmal völlig überdreht, dann wieder niedergeschlagen. Bekannt wurde auch seine Vorliebe für Kraftausdrücke, die in der Zeit aber relativ normal war. Ein derber Reim findet sich sogar in einem kurzen Chor-Stück. Der Kanon Bona nox! endet mit dem Wunsch: „Gute Nacht, gute Nacht, scheiß ins Bett, dass’ kracht – gute Nacht, schlaf fei g’sund und reck’ den Arsch zum Mund.“

Tod vor seinem Welterfolg 

In seinen 35 Lebensjahren unternahm Mozart 17 Reisen: Insgesamt ist er mehr als 10 Jahre unterwegs, also ein Drittel seines Lebens. Die Planung und Organisation aller Reisen erfolgten durch seinen Vater Leopold. Auch ein Reiseklavier war immer mit dabei. 

In den letzten Jahren vor seinem Tod wandte sich Mozart verstärkt der Kirchenmusik zu. Das Requiem in d-Moll (KV 626) aus dem Jahr 1791 ist seine letzte Komposition. Er starb während der Arbeit daran am 5. Dezember 1791 in Wien. Dass seine „Zauberflöte“, die im September uraufgeführt worden war, zum Welterfolg wurde, bekam er nicht mehr mit. Nach der Verabschiedung im Stephansdom wurde er in einem nicht gekennzeichneten, allgemeinen Grab am St. Marxer Friedhof bestattet – wie es den Reformen der Zeit entsprach. 

Mozart revolutionierte die klassische Musik durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, Melodie, Harmonie und Struktur in seinen Werken zu verschmelzen. Für seine Virtuosität und Kreativität wird er heute noch bewundert. Sein Leben war nicht so leicht und voller Harmonie wie seine Musik.

Eckdaten

Lebenszeit: 1756-1791
Erreichtes Alter: 35 Jahre
Werke: mehr als 626
Eigenschaften: Lebenslustig, fantasievoll, humorvoll
Hobbies: Feste feiern
Besonderheit: Hang zur Fäkalsprache, Extravaganz
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